Frustrations

Die Band Frustrations rund um Schlagzeuger Jasmin Sultanic gründete sich im Jahr 2014 als Jazz-Trio. Nach einer ausgedehnten Tour mit über 30 Konzerten in neun Ländern kam es während der Aufnahmen zum ersten Album zu bandinternen Differenzen und der anschließenden Trennung. Sultanic hielt am Namen und dem Bandkonzept fest und fand mit Fabian Supancic (Piano), Clemens Webra (Gitarre) und Thomas Millacher (Bass) drei gleichgesinnte Musiker, mit denen er nun das Album Thrive aufgenommen hat, welches am 15.10.2017 erscheinen wird.

 

Thrive als typisches Jazz-Album zu bezeichnen wäre jedoch eine grobe Verfehlung. Vielmehr loten Frustrations auf den acht Songs den Mittelbereich zwischen Jazz, Funk, Fusion und Filmmusik aus, während sie da und dort auch eine Affinität zu Pop erkennen lassen. Sie erweisen sich dabei nicht nur als begnadete Musiker, sondern auch als Band mit einem starken Gespür für Grooves und Sounds. Technisches Können spielt nur insofern eine Rolle, als es den Songs dienlich sein kann. Komplexe Strukturen oder ungerade Takte verkommen bei Frustrations nie zum Selbstzweck.

 

Die musikalische Reife der Band drückt sich in den Songs des Albums aus, die, wiewohl in ihrer Gesamtheit schlüssig, ein sehr breites Farb- und Stilspektrum abdecken. Simple, zum Tanzen animierende 4/4-Grooves stehen Frustrations mindestens genauso gut wie ausladende Fusion-Stücke oder träumerische Cinemascope-Sounds. Effektiv platzierte Bläser und Streicher tragen zum beeindruckenden Gesamtbild bei.

 

Man kennt Frustrations allerdings nur zur Hälfte, wenn man sie noch nicht live gesehen hat. Auf der Bühne gibt die Gruppe Improvisationen breiten Raum und geht dem Ideal der individuellen aber auch kollektiven Entfaltung und der Auflösung von Grenzen nach. Das sollte man sich nicht nur als Jazz-Fan auf keinen Fall entgehen lassen.